Über Beziehungen oder so

 

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Hallo ihr Lieben,

In den letzten Tagen habe ich viel über Beziehungen und ihren Stellenwert in unserer Gesellschaft nachgedacht. Kann man tatsächlich behaupten wir sind die Generation Beziehungsunfähig? Und wenn ja, warum?

Als Filmschaffende lebe ich in einer Traumwelt aus wahrer Liebe und fantastischen Beziehungen. Denn die Liebe dient schon seit Jahrzehnten als treibende Kraft sämtlicher Geschichten. Der Gedanke an die wahre Liebe fasziniert und lässt mich einem trügerischen Ideal nachjagen. Die Realität sieht nämlich leider ganz anders aus, als es mir meine Fantasie vorgaukelt. In einer männerdominierten Branche, hat man als Frau nicht viel zu lachen. Nicht ohne Grund fallen einem ohne groß drüber nachzudenken eine Vielzahl an männlichen Regisseuren ein, anders als es beim weiblichen Geschlecht der Fall ist. Umso wichtiger ist es für mich, unabhängig zu sein. Mich nicht von einem Mann von meinem Weg abhalten zu lassen, um eine mögliche Chance ohne Verpflichtungen ergreifen zu können.

Das Geschenk unserer heutigen Zeit ist die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen, etwas aus seinem Leben zu machen, bewusster zu leben und auf Reisen zu gehen. Per Internet ständig erreichbar und verbunden. Innerhalb von kürzester Zeit am anderen Ende der Welt. Durch neue Techniken breitet sich unser Bewegungsradius immer weiter aus und somit auch die Frage, ob es noch mehr im Leben gibt. Wir haben die Wahl, was vielleicht mit ein Grund ist weshalb es manchen von uns schwer fällt Entscheidungen zu treffen. Hätte meine Großmutter diese Chancen gehabt, wäre sie mit achtzehn sicher noch nicht verheiratet gewesen. Also kann es man mir übel nehmen, wenn ich mich noch nicht festlegen möchte? Ich kann ehrlich behaupten als Single glücklich zu sein, soweit ein Mensch auf Dauer glücklich sein kann. Trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, wenn ich zu einer Familienfeier mal wieder ohne Partner auftauche. Aber besser ich werde für eine alte Jungfer, die keiner haben möchte gehalten als für ein kleines Flittchen.

So sehr ich es genieße allein zu sein, kriecht von Zeit zu Zeit der Gedanke an mein persönliches Märchen hervor. Die Illusion einer Beziehung, wie es sie nur auf der Leinwand gibt. Die Suche nach Wolke 7, anstatt mich mit Wolke 4 zufrieden zu geben. Liebe, die sich allein zwischen zwei Menschen abspielen, ohne sich einen Stempel aufdrücken zu lassen. Aber wir Menschen neigen dazu alles definieren zu wollen, sodass man mit einer Beziehung gleichzeitig eine art Vertrag eingeht. Es gibt bestimmte Spielregeln an die man sich zu halten hat, im Einzelfall geringfügig individualisierbar. Jede Art von zwischenmenschlicher Verbindung hat mittlerweile seine eigene Bezeichnung. So kann man sich vorstellen welche Vereinbarungen beispielsweise bei einer offenen Beziehung, Freundschaft Plus oder einem One-Night-Stand getroffen wurden. Mit Hilfe von Dating-Apps und Portale sind Menschen schnell und einfach austauschbar. Ein kleiner Wisch reicht aus, um über einen potentiellen Paarungspartner zu entscheiden, selbstverständlich auf eine sehr tiefgründige Weise.
Manchmal sehne ich mich nach einer Zeit zurück, in der man sich langsam aneinander heran getastet hat, in der nicht jeder durch soziale Netzwerke über meine Interesse bescheid wusste und in der man den ersten Kuss mit jemanden nicht betrunken im Club hatte. Was ist aus dem Zauber des Kennenlernens geworden?

Auch wenn ich mit meine Gedanken die Behauptung unsere Generation wäre beziehungsunfähig zu stützen scheint, bin ich dennoch nicht der Meinung, dass wir es tatsächlich sind. Vielmehr liegen unserer Prioritäten heutzutage einfach woanders. Ich möchte mein Leben voll auskosten solange ich noch jung bin. Dieser Wunsch schließt nicht automatisch einen Partner aus, allerdings ist es meinen Erfahrungen nach gar nicht so einfach die Vorstellungen von zwei unabhängigen Individuen zu vereinbaren. Nicht ohne Grund möchte ich hierbei die Betonung auf unabhängig legen, da es für keine Beziehung sonderlich zuträglich ist, wenn einer zielstrebig seinen Weg geht und der andere sich lediglich danach richtet. Und wer weiß, vielleicht habe ich mit dreißig den Wunsch sesshaft zu werden, ohne das Gefühl etwas verpasst zu haben. Letztendlich sollte man sein Glück nicht von einer Beziehung abhängig machen, sie eher als das Tüpfelchen auf dem i ansehen, denn eigentlich ist es großartig Single zu sein. Dies möchte ich jedoch ein anderes Mal ausführen.

Eure Elli ❤

 

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