Keine Termine und leicht einen sitzen

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Wie hoffentlich viele von euch, habe auch ich mich in die selbstauferlegte Quarantäne begeben. Es ist ein komisches Gefühl, nicht zu wissen, wann dieser Spuck sein Ende haben wird, wann das Leben wieder seinen normalen Gang nehmen kann. Aber ich versuche diese Zeit zu nutzen, wieder einen Bezug zu mir zu bekommen, Dinge zu machen, die ich sonst nicht schaffe und irgendwie fühle ich mich auch etwas erleichtert mal keine Erwartungen erfüllen zu müssen, ganz im Gegenteil. Ich kann ohne ein schlechtes Gewissen, Dinge tun, die normalerweise in der Gesellschaft nicht gerne gesehen sind aber zurzeit völlig in Ordnung sind.

Der größte Vorteil in der Isolation ist, dass mein Aussehen völlig egal ist. Ich brauch keinen guten Eindruck machen, denn niemand sieht mich. Es ist irrelevant, ob ich geschminkt bin, meine Haare gewaschen habe oder ob ich den ganzen Tag im Jogger rumlaufe. Kaum zu fassen in Zeiten der Selbstdarstellung. Zumindest meine Haut dankt es mir.

Ich kann den ganzen Tag im Bett liegen und mir Filme anschauen. Ich kann den ganzen Tag im Internet surfen und es ist vollkommen in Ordnung. Ich brauche das schöne Wetter draußen nicht nutzen, sondern kann einfach die Fenster aufreißen und in der Sonne lesen, wenn ich mag. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal Zeit und Muße einfach zu lesen? An mein Mittagessen kommt jeden Tag eine extra Portion Knoblauch und meistens gönne ich mir ein Gläschen Wein dazu, denn niemanden interessiert es, ob ich schon tagsüber trinke. Ganz nach dem Motto, keine Termine und leicht einen sitzen.

Jeden Tag geht es nur um das, was ich möchte, was für mich gut ist, um diese Situation möglichst erträglich zu machen. Wenn ich mich einsam fühle telefoniere ich mit Freunden, wenn ich etwas Protektives tun möchte, räume ich Schränke und Schubladen auf, sortiere meine Unterlagen oder schieb es auf den nächsten Tag, wenn ich keine Lust mehr hab. Ich habe Zeit mich wieder kennenzulernen, mich mit meiner Seele und meinem Körper auseinanderzusetzen. Einfach eine Pause zum Reflektieren, zum Verarbeiten, Zeit für mich allein.

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3 Kommentare zu “Keine Termine und leicht einen sitzen

  1. Das habe ich auch schon für mich erkannt.
    Es ist schön, Deinen Text zu lesen. Es liest sich leicht und heiter, trotz diesem Hintergrund.

    Endlich wieder mehr Zeit zum Lesen, mehr Zeit für die Lieblingsfilme. Es ist wie eine Auszeit, bei der man allerdings nicht weiß, wann die enden wird.

    Dir noch ein zauberhaftes Wochenende, in der selbstauferlegten Quarantäne.

    Herzlichst,
    das Licht

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